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"Stabile Kratone" verändern sich doch

Prof. Stephen Foley (Uni Mainz) hat in einem Artikel in der aktuellen Natur Geoscience (Abstract, Volltext) erste Belege geliefert, dass so genannte “stabile Kratone” alles andere als stabil sind. Erosion der Kratonkruste sowie die Verjüngung von Kratonmaterial bis in Manteltiefen scheint den Festlandskernen einiges ihres “Uralt-Images” zu nehmen.

Gneis aus dem Archaikum auf der Insel Turnavik, Labrador (Foto: Stephen Foley; Quelle: idw)

Gneis aus dem Archaikum auf der Insel Turnavik, Labrador (Foto: Stephen Foley; Quelle: idw)

Laut einer gestrigen Pressemitteilung wurden unter anderem Sulfid- und Silikateinschlüsse in Diamanten untersucht. Die daraus resultierenden Alter der Diamanten sind offenbar verschieden und von der Kratonbildung unabhängig. Die Diamanten wurden also nicht in jedem Fall gemeinsam mit den Kratonen, sondern nach und nach gebildet. Foley vermutet, dass die Entstehung der Diamanten weniger von Temperaturänderungen als vielmehr von Reduktions- und Oxidationsprozessen an den Kratonunterseiten gesteuert wird. Solche Redoxvorgänge könnten laut Foley zwischen kalten und darunter liegenden heißeren Gesteinshorizonten auftreten und Schmelzprozesse auslösen, die zum Um- und Abbau der Kratone führen. Foley selbst wird in der Pressemitteilung wie folgt zitiert:

“Es ist, als ob man mit einem Meisel von unten an den Kratonen arbeitet und dadurch erst ein kleiner, dann ein großer Riss entsteht. Schließlich können dann ganze Stücke abfallen.”

Die bisher als stabil eingeordneten Kratone können also durchaus Prozessen unterliegen, die Instabilität verursachen.

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