RSS-Feed abonnierenNewsletter abonnieren

Linktipps: Geochemie-Tools, Geofotos, Geo-Googlesuche, Geofitness und mehr

In letzter Zeit haben sich eine Menge interessanter Links bei mir angesammelt, die ich nun gern für Sie als geoberg.de-Blog-Leser und auch für mich im Blog archivieren möchte. In diesem Zusammenhang sei auch auf die vor kurzem veröffentlichten Linksammlungen von Geoblogger “Lost Geologist” zu verschiedenen Geothemen, Erzlagerstätten, Sedimentologie und Vulkanologie, zu Paläontologie/Biologie, Geowissenschaftlichen Institutionen und Verbänden, sowie zu bergbau- und lagerstättenorientierten Firmen hingewiesen. Nun aber meine Linktipps:

Petro-Geochemische Datenanalyse-Software

Geochemische Daten sind wunderbar, aber oft in solchen Mengen vorhanden, dass sie kaum manuell zu bewältigen sind. Hinzu kommt, dass meist spezielle Diagramme benötigt werden, um die Daten darzustellen. Wenn die eigenen Excel-Kenntnisse nicht ausgereift sind, helfen frei verfügbare Programme weiter. Da wäre zum Beispiel PetroPlot zu nennen, das als “Darstellungs- und Verwaltungs-Tool für Microsoft Excel” betitelt wird. Die Screenshots auf der Website und die Analysemöglichkeiten sehen verführerisch aus. Die Funktionsweise einschätzen kann ich leider nicht. Bei mir gab es Probleme mit der Excel-Kompatibilität. Ein zweites und sehr umfangreiches Softwarepaket ist das “Geochemical Data Toolkit“, kurz GCDkit. Es ist ein auf dem open source-Statistikprogramm “R” basierender Analysewerkzeugkasten, mit dem sich relativ schnell geochemische Daten auswerten lassen. Der Bedienerkomfort ist gewöhnungsbedürftig, aber dafür ist es das bisher einzige frei zugängliche Programm mit solch zahlreichen Analysemöglichkeiten (soweit ich weiß). Dazu gehören alle Arten von Diagrammen (binär, ternär, Spider, REE, Boxplots, 3D-plots, …). Außerdem können die Daten quasi automatisch nach der Auswahl eines Diagrammtyps bzw. seines Autors Gesteinsklassifikationen durchgeführt werden. Des Weiteren gibt es Statistik-Tools für Simples wie Mittelwerte, Standardabweichungen udn Korrelationskoeffizienten, aber auch für Diffizileres wie Clusteranalysen. Besonders interessant ist auch die Möglichkeit diverse Normberechnungen durchzuführen, z.B. nach der CIPW- oder Nigli-Norm. Es dauert eine Weile, bis man sich eingearbeitet hat, zumal die “Bedienungsanleitung” sehr kärglich daherkommt. Ein aktuelles Paper zum Programm gibt es hier (Janousek et al., 2006).

Geochemie zum Nachlesen

William M. White von der Cornell Universität in Ithaca, USA, hält schon seit mehreren Jahren ein dickes, umfangreiches Online-Buch über Geochemie bereit. Dort werden alle Facetten der Geochemie – vom Wasser, über die Gesteine bis hin zu den Prozessen im Erdinneren – behandelt. Die einzelnen Kapitel sind auf unterschiedlich aktuellem Stand und können separat heruntergeladen werden. Die Download-Seite ist des Öfteren nicht erreichbar, aber es gibt sie noch. Ein Standardwerk für Geologiestudenten und sicher auch für erfahrenere Geowissenschaftler.

Plattenkonstellationen der Vergangheit

Fast jeder Geowissenschaftler und Geostudent kennt die Erdplattenrekonstruktionen von Ralph J. Scotese. Es gibt aber auch noch andere Möglichkeiten, solche Rekonstruktionen im Netz zu finden. Zum Beispiel beim “Ocean Drilling Stratigraphic Network” des GEOMAR in Kiel. Dort gibt es den so genannten “Plate Tectonic Reconstruction Service“. Man gibt eine geologische Jahreszahl an und bekommt die tektonischen Platten zur angegebenen Jahreszahl zurecht geschoben. Es geht noch mehr. Selbst Länge und Breite einer heutigen Lokalität können (neben anderen Einstellmöglichkeiten) eingetippt werden. Der heutige Ort erscheint dann zurückgerechnet auf die gewünschte geologische Zeit auf der rekonstruierten Erdkarte. Eine weitere statische Variante, auf paläogeografische Kartenwerke zuzugreifen, ist die Website von Geologieprofessor Ron Bakley. Dort finden sich hochaufgelöste Rekonstruktionen in diversen Projektionen und Formaten. Sehr ästhetische Kartenwerke, die den Blick auf sich ziehen.

Geologie-Suchmaschine

Chris Rowan hat eine geologische Suchmaschine erschaffen. Dank der Möglichkeit, die Google-Suche zu individualisieren, existiert nun die wahrscheinlich erste Suchmaschine, die nur in geologisch relevanten Websites sucht. Zur Zeit sind es 36 Stück in englischer Sprache. Die durchsuchten Websites decken noch nicht alle Gebiete ab und müssen noch erheblich ergänzt werden, aber ein Anfang ist gemacht. Zur Zeit kommt man mit der normalen Google-Suche aber noch auf bessere Ergebnisse.

Faszinierende Geo-Bilder

Über Callan Bentley bin ich auf eine Sammlung faszinierender geowissenschaftlicher Fotografien gestoßen, die in großer Auflösung und für Lehr- und Bildungszwecke frei verfügbar sind. Sie stammen von Dr. Marli Miller (University of Oregon, USA). Gleichzeit haben mich die Bilder und der Artikel von Callan an die umfangreiche “Earth Science World Image Bank” erinnert, in der tausende geowissenschaftliche Fotografien darauf warten, durchsucht und gefunden zu werden. Ich hatte den Link zur Datenbank auch schon einmal als Link des Monats veröffentlicht, als es diese Kategorie auf geoberg.de noch gab…

Luftaufnahme einer dextralen Blattverschiebung in Süd-Nevada, USA. Eines von vielen außergewöhnlichen Fotos auf Marli Millers Website.

Luftaufnahme einer dextralen Blattverschiebung in Süd-Nevada, USA. Eines von vielen außergewöhnlichen Fotos auf Marli Millers Website (Copyright: Marli Miller).

Geologen-Fitness

Auf welche verschiedenen Arten Geologen “fit” sein müssen, erklärt Andrew Alden in seinem Geologie-Blog. Sehr interessant zu lesen und mir deshalb eine Empfehlung wert.

“Porphyr” als Dünger

Bereits im Mai dieses Jahres hatte ich in einem anderen Zusammenhang bei geoversum.info auf die simplen, aber offenbar überraschenden Ergebnisse einer (damals noch) Schülerin hingewiesen, die im Rahmen von “Jugend forscht“, Porphyr-Gesteinsmehl als potentielles Düngemittel untersucht hat. Offenbar verfolgen sie die Auswirkungen ihrer Untersuchungen auch heute noch, innerhalb ihres Geologiestudiums in Halle (Sachsen-Anhalt). Es bleibt auch weiterhin die Frage offen, weshalb niemand eher auf ihre Idee gekommen ist. (Ganz nebenbei: der fachliche Fehler auf der Jugend-forscht-Website, den ich damals auf geoversum.info angesprochen hatte, ist bis heute nicht korrigiert.)

Ein Tag im Leben…

… des Chefs vom Geoforschungszentrum Potsdam oder besser sein Weg dorthin wurde vom Tagesspiegel auf’s Online-Papier gebracht. Spannend zu lesen.

Blei vermisst

Der eine oder andere wird es sicher schon vernommen haben. Bonner Geowissenschaftler haben eine neue Theorie aufgestellt, wo all das Blei, das eigentlich im Erdmantel stecken sollte, verblieben ist. Sie vermuten, dass es nicht, wie bisher angenommen, in den Erdkern gesunken ist, sondern während eines Impakts, der auch auch für die Mondentstehung verantwortlich sein soll, schlichtweg verdampft ist. Die Arbeit ist in der aktuellen Nature-Ausgabe nachzulesen. Spannender ist für mich fast schon die Tatsache, wie die per offizieller Pressemitteilung herausgegebenen und bereits medienfreundlich aufbereiteten Informationen dann doch noch re-interpretiert werden, um es zaghaft auszudrücken. Statt von einer Möglichkeit zu sprechen, dass das Blei verdampft sein könnte, wird in der Artikelüberschrift auf wissenschaft.de der Eindruck erweckt, es handle sich um eine endgültige Erkenntnis:

Forscher: Meteoriteneinschlag ließ Blei im Erdmantel verdampfen

Bei Spiegel-Online liest sich das schon wesentlich ausgewogener…

Tags: , , , , , , , , , , , , , ,

Kommentare sind geschlossen.

blogoscoop