RSS-Feed abonnierenNewsletter abonnieren

Aus Anhydrit wird Gips – und Staufen hebt sich

Wer die tiefen Risse in den Häusern der Faust-Stadt Staufen sieht, vermutet zu allererst Bergbauschäden. Doch weder Bergbau noch eine andere bisher denkbare Möglichkeit kommen in Frage. Staufen hebt sich mit einer rasanten Geschwindigkeit von einem Zentimeter pro Monat. Und warum?

Die wahrscheinliche Ursache für die Hebung der Stadt ist eine Anhydritschicht, die vor kurzer Zeit in Kontakt mit Grundwasser geraten ist. Der Anhydrit wandelt sich zu Gips um und dehnt sich aus. Die Volumenvergrößerung wird nach oben “durchgepaust” und entlädt sich an der Erdoberfläche in Form von Hebungen. Wie das Wasser zum Anhydrit gelangen konnte, ist bisher nicht sicher geklärt. Entweder hat es tektonische Bewegungen gegeben, die den grundwasserführenden Horizont in Anhydritkontakt gebracht haben oder, und das ist die meist geäußerte Variante, geothermische Bohrungen am Staufener Rathaus haben das Desaster ausgelöst. Sie durchstießen den Anhydrit auf ihrem Weg zum Geothermalwasser und schufen Wegsamkeiten für das Wasser. Die Stadt Staufen scheint derzeit machtlos und wird das Übel hinnehmen müssen. Spiegel Online berichtet ausführlich über die sich anbahnende Katastrophe, ebenso andere Medien.

Es wird für Geologen schwierig werden, den Menschen zu erklären, dass nicht jede Geothermiebohrung solch akute Gefahren nach sich zieht. Die Diskussion der “Laien” zum Spiegel Online-Artikel ist bereits angelaufen und geht genau in die falsche, nämlich ahnungslose Richtung. Es ist mal wieder Zeit für Geo-Öffentlichkeitsarbeit…

Tags: , , , , , ,

Eine Antwort zu “Aus Anhydrit wird Gips – und Staufen hebt sich”

  1. [...] Meisten wird nicht entgangen sein, dass sich die baden-württembergische Stadt Staufen seit einigen Monaten mit einem drastischen [...]

Hinterlasse eine Antwort

blogoscoop