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Indium und eine drei Jahre alte Story

Die Sächsische Zeitung (SZ) berichtet heute, dass die Bergakademie Freiberg eines der weltgrößten Indiumvorkommen entdeckt hat. Zitiert wird Dr. Thomas Seifert, der Experte für erzgebirgische Erzlagerstätten ist und sich vor allem mit deren Assoziation zu Lamprophyren beschäftigt.

Drüben auf geolismus.de (das gerade durch eine Spamattacke außer Gefecht gesetzt ist) hatte ich vor etlichen Monaten kurz auf ein Paper von Dr. Seifert und D. Sandmann hingewiesen, das scheinbar nun ein Journalist in die Hände bekommen hat. Ich hatte dort u.a. “bemängelt”, dass oft nur Themen aus den Geowissenschaften publik werden, die in Science oder Nature abgedruckt sind. Kleinere Fachzeitschriften finden bei Wissenschaftsjournalisten seltener Beachtung.

Ich freue mich deshalb sehr, dass ich heute eines Besseren belehrt worden bin. Die Geschichte hätte zwar auch schon vor drei Jahren nach erscheinen des Indium-Artikels von Seifert und Sandmann (2006) erzählt werden können, aber besser spät als nie. Indium ist ein rarer Rohstoff, dessen Mangel vielleicht bald dazu führt, dass Flachbildschirme unbezahlbar werden, wenn kein Ersatzmaterial gefunden wird. Insofern ist es keineswegs utopisch, wenn Seifert meint: “Wenn der Weltmarktpreis weiter steigt, wird der Abbau rentabel. Ich gehe davon aus, dass man hier [Anm.: im Erzgebirge] Indium gewinnen wird.

Spiegel Online fand die Meldung der SZ offenbar auch interessant…

Spannend wäre für mich, wie Stephan Schön von der SZ auf das Indium-Thema gestoßen ist. Eine Pressemitteilung der TU Bergakademie Freiberg gab es nicht.

Nachtrag, 14 Uhr: Auch der MDR berichtet nun (mit Audiobeitrag), ebenso Financial Times Deutschland.

Nachtrag, 13.01.2009, 17.30 Uhr: Es ist wieder Zeit vergangen und auch andere Medien haben sich des Themas angenommen: z.B. Focus Online (sogar mit einem eher pessimistischem Interview mit Dr. Schwarz-Schampera). Und auch die Sächsische Zeitung geht heute nochmal kurz auf das Thema ein.

Nachtrag, 14.01.2009, 23 Uhr: Nun gibt es auch eine offizielle Pressemitteilung der TU Bergakademie Freiberg.

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5 Antworten zu “Indium und eine drei Jahre alte Story”

  1. Fischer sagt:

    Ich hatte vor ein paar Monaten auch mal versucht, das Erzgebirge-Thema bei verschiedenen Zeitungen an den Mann zu bringen (kann sogar sein, dass ich den Tipp von dir hatte. Auf jeden Fall aus einem Geoblog). Damals wollte das aber niemand haben.

  2. Ja, den Tipp hattest du von mir (bzw. geolismus.de). Mittlerweile ist mir zu Ohren gekommen, dass nicht (wie ich naiverweise gehofft hatte) ein Journalist über die Publikation gestolpert ist, sondern ein Journalist einen Wink von der Uni bekommen hat. Das hat eine ganz schöne Welle losgetreten. Fehlt nur noch, dass die BILD-Zeitung eine wilde Story daraus macht (z.B. “Die weltgrößte Indiumlagerstätte – haben wir bald kein Erzgebirge mehr?”). Aber wahrscheinlich hat sie sowas schon berichtet ;-) [Anm.: Ironie]

  3. [...] Ganz so neu ist der Indium-Fund wohl nicht. 2005 veröffentlichten der Privatdozent Dr. Thomas Seiffert und Dirk Sandmann beide bereits ein [...]

  4. [...] vor einigen Wochen die “Entdeckung” großer Indium-Vorkommen im Erzgebirge durch die deutsche Pressewelt vermeldet wurde, kommt nun ein weiteres wirtschaftlich wichtiges [...]

  5. [...] in den vergangenen Wochen bereits Indium, Molybdän und Lithium aus dem Erzgebirge in den Schlagzeilen der regionalen und [...]

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