Ein Beitrag im Deutschlandfunk hat mich auf ein Thema gestoßen, das mich schon eine Weile immer mal wieder verfolgt und in jüngster Zeit auch verstärkt öffentlich diskutiert wird: der steuernde Eingriff des Menschen in das System Erde. Darunter fallen z.B. der gezielte Einsatz von Aerosolen gegen die Aufheizung der Atmosphäre, die Düngung der Meere mit Eisen oder auch als Grenzfall die Speicherung von Kohlendioxid im Untergrund.
All diese und noch wesentlich mehr in wissenschaftlicher Erforschung stehenden Eingriffe sind rein wissenschaftlich extrem interessant und reizvoll. Geht es aber an die konkrete Umsetzung solcher den Klimahaushalt steuernden Ideen, bekomme ich ernste Zweifel. Warum wird vor allem seitens der Politik versucht, mit allen Mitteln Wege gegen den Klimawandel zu finden, anstatt sich Gedanken um die Minderung von dessen Auswirkungen zu machen? Warum ist man so “naiv” zu glauben, wir könnten in das komplexe System Erde ohne gravierende negative Auswirkungen eingreifen, obwohl wir noch nicht einmal einen Bruchteil dieses Systems so gut erforscht haben, dass wir behaupten könnten, es zu verstehen?
Mir kommt es so vor, als ob zur Zeit mal wieder das Klischee vom Mensch als Herr der Erde, zur Wahrheit verklärt wird. Zwar meinte schon Novalis, dass der Herr der Erde ist, der ihren Bau versteht, aber genau darin liegt das Problem. Wir verstehen die Erde noch zu wenig, um systemverändernde Eingriffe rechtfertigen zu können. Sollten wir uns nicht eher eingestehen, dass die Erde Herr über die Lebewesen auf ihr ist? Ich glaube, gerade unter Geowissenschaftlern ist diese Erkenntnis weitgehend akzeptiert. Und so überrascht es nicht, dass viele der Geowissenschaftler, die im Deutschlandfunk zu Wort kamen, skeptisch gegenüber der Verwirklichung wissenschaftlicher Gedankenspiele sind, die das System Erde nachhaltig verändern könnten.
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