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Neue Studie über das Gefahrenpotential der Steilküste Rügens

Gestern erschien auf sueddeutsche.de ein interessanter und ausführlicher Artikel über eine neue Studie, die der Kreideküste Rügens (speziell Jasmund) offensichtlich ein relativ hohes Gefahrenpotential bescheinigt und davon ausgeht, dass in den nächsten Jahren größere Abschnitte der Küste im Meer verschwinden werden.

Die im Open Access Journal der European Geosciences Union (EGU) “Natural Hazards and Earth System Sciences” (Vol. 9, Nr. 3) erschienene Studie “Combined rock slope stability and shallow landslide susceptibility assessment of the Jasmund cliff area (Rügen Island, Germany)” basiert auf strukturgeologischen Messungen und der Auswertung von Fernerkundungsdaten.

Wichtigstes Ergebnis der Arbeit ist eine Karte, die sowohl das Risiko von Rutschungen in den Kreidesedimenten als auch in den pleistozänen Ablagerungen Jasmunds abbildet. Damit können nicht nur Aussagen über vergangene Ereignisse gemacht, sondern vor allem zukünftige Rutschungslokationen vorhergesagt werden.

Karte der Hangrutschempfindlichkeit der Kreide- und glaziärer Ablagerungen (Natural Hazards and Earth System Sciences, Vol. 9, Nr. 3).

Karte der Hangrutschempfindlichkeit der Kreide- und glaziärer Ablagerungen (Natural Hazards and Earth System Sciences, Vol. 9, Nr. 3).

Studie:

A. Günther, & C. Thiel (2009). Combined rock slope stability and shallow landslide susceptibility assessment of the Jasmund cliff area (Rügen Island, Germany) Natural Hazards and Earth System Sciences

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2 Antworten zu “Neue Studie über das Gefahrenpotential der Steilküste Rügens”

  1. Mannl sagt:

    interessanter Artikel,
    habe soeben die genannten Lokatione wieder besucht. Fühlte mich aber sicher.
    Nach einer Begehung der Rutschungen in Lohme und an den Wissower Klinken kurz nach dem Ereignis habe ich den Eindruck gewonnen, dass das Hinterland keinesfalls gleichförmig strukturiert ist. Im Fall Lohme waren im Rutschungsmaterial auffällig viel toniges Material und Sande vertreten. Dies könnte im Zusammenhang mit erheblichen Wasserzutrittten im Winter die Rutschung ausgelöst haben. ( ich würde es mal einen Wassersack nennen )
    Das gleiche konnte ich im Fall “Wissower Klinken” beobachten.
    Der Rückwärtige Teil des Kreidepakets war wohl durch eine Erosionsrinne vom “Klinkenteil” getrennt. Durch entstehenden Stauwasserdruck und eventuell vorhandene Gleitflächen war das Kreidepaket einfach nach vorn umgekippt. Auf der Kreide lagen erhebliche Massen glazialer Sedimente. Die Situation kann man auch jetzt noch sehr gut erkennen, obwohl das gesamte Material “aufgearbeitet” ist.
    Übrigens haben die Abbrüche sehr schöne Pyritkongretionen geliefert, den Mineralogen freut´s !

  2. Herbert Dirksen sagt:

    Es ist nicht verwunderlich, daß an solchen Steilküsten immer wieder Rutsche vorkommen können. Schließlich ist die Insel aus einer Geschiebestruktur entstanden. Diese zeigt bei allen Bohrungen auf der Insel sehr differierende Tiefen verschiedener, sich fortsetzender Schichten. Durchaus sind in den Schichten “Schluffanteile” entahlten, die das Rutschen, gerade bei stärkerem Wassereintrag schon möglich machen. So war in Göhren ggf. schon die Vorschrift der Planungsbehörden mit ausschlaggebend, weil man verlangte, daß das Oberflächenwasser von Gebäuden auf den Grundstücken verrieseln sollte, was aufgrund der Schichtungen von Mergel, Ton, Lehm und Schluff in Leterer abgeführt wurde. Dann passierte auch dort das Übel.

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