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Es wird ernster: Lithium aus dem Erzgebirge?

Ich hatte bereits im Mai über eine an der TU Bergakademie Freiberg neu gegründete Forschungsinitiative berichtet, die sich ausgiebig dem Element Lithium widmen soll. Lithium ist im Gegensatz zu seinen vergleichsweise wenigen gewinnbaren Vorkommen ein über die Maßen begehrter Rohstoff. Nicht nur Flachbildschirme sind auf ihn angewiesen, sondern mehr und mehr die Batterie-Industrie, die in Lithium den Schlüssel zur Elektroautozukunft sieht. Heute nun gab die TU Bergakademie Freiberg eine Pressekonferenz zum Thema.

Vor wenigen Wochen wurde seitens der Universität eine acht Tonnen schwere Erzprobe aus einem inaktiven Bergwerk in Zinnwald bei Altenberg genommen. Ziel ist es nun, mittels Aufbereitungsversuchen und geochemisch-mineralogischen Untersuchungen zu prüfen, ob und in welchem Ausmaß Lithium aus dem Erz gewonnen werden kann. Sollten die Versuche erfolgreich verlaufen, wäre ein erster Schritt getan, das Erzgebirge als eine der weltweit bedeutendsten Regionen für Lithiumvorkommen nicht nur in der geowissenschaftlichen Theorie, sondern auch in der gewinnungstechnischen Praxis zu etablieren. Spätestens dann wäre vermutlich auch das Interesse der Industrie geweckt, die sich seit einiger Zeit bereits mit anderen Rohstoffen wie Zinn, Wolfram oder Flussspat im Erzgebirge befasst.

Gleichzeitig rückt die TU Bergakademie Freiberg als Ressourcenuniversität stärker ins öffentliche und wirtschaftliche Bewusstsein. Dies drückt sich nicht nur in steigenden Studentenzahlen (erstmals mehr als 5.000 Studenten), sondern auch bei der Einwerbung von Drittmitteln aus der Industrie aus. Zudem soll die Universität stärker als zuvor im Bereich “Ressourcen”, von der Erkundung über die Gewinnung bis zur Aufbereitung, über die gesamte damit verbundene Wertschöpfungskette profiliert werden. Die Voraussetzungen dafür scheinen gegeben zu sein.

Mehr zum Thema Lithium an der TU Bergakdemie Freiberg sendet der MDR heute Abend, 19 Uhr, im Sachsenspiegel.

PS: Durch die heutige Pressekonferenz wird uns in den nächsten Tagen aller Voraussicht nach eine mittlere Berichterstattungslawine überrollen. Der Anfang ist gemacht

Nachtrag, 15.01.2009: Inzwischen hat auch die Universität eine offizielle Pressemitteilung herausgegeben. Außerdem berichtet die Freie Presse über das Thema. Der Sachsenspiegel hat einen informativen Beitrag ausgestrahlt, der online zugänglich ist.

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