Dinosaurier aus Frankreich sind im gesamten Mesozoikum mit 17-20 benennbaren Gattungen vertreten. Am besten bekannt und geologisch am interessantesten sind die Formen der Spätkreide, die mit Ausnahme eines fraglichen Iguanodon ausschließlich in Campan und Maastricht datieren (Allain & Suberbiola, 2003). Sie korrelieren mit anderen europäischen Funden eines Gebiets, das sich im Westen über die Iberische Halbinsel, im Osten bis Österreich und Rumänien erstreckt. Typische, osteologisch belegte Elemente dieser Fauna sind (Nachweise für Südost-Frankreich):
a.) Ampelosaurus, ein Sauropode mit Osteodermen; postcraniale Skelettteile, vereinzelt artikulierte Partien. (Unteres Maastricht)
b.) Hypselosaurus, ebenfalls sauropod; etliche Langknochen und Wirbel, sowie fraglich zugeordnete Eier bzw. Gelege. (Maastricht)
c.) Tarascosaurus, ein gondwanisches Element der Abelisauroidea; ein Femur. (Unteres Campan)
d.) Pyroraptor, Variraptor (identisch?), Vertreter der Dromaeosauridae; vorrangig Gliedmaßenknochen und Wirbel. (Campan, Maastricht)
e.) Struthiosaurus, gepanzerter Nodosauride; Osteoderme, Teilskelette und Schädelreste. (Unteres Campan)
f.) Rhabdodon, ein mittelgroßer Ornithopode; etliche Teilskelette, Schädelmaterial. (Maastricht)
Diese Funde zeichnen wie auch die gesamte südeuropäische Fundsituation einen faziellen Wandel im Maastricht nach, bei dem die Sauropoda abnehmend, während Hadrosauridae zunehmend dominant werden.
Besonders aus dem Gebiet um Aix-en-Provence und dem Villeveyrac-Méze-Becken kennt man zahlreiche fossile Eier, die zumeist Hypselosaurus zugeordnet wurden. Diese großen sauropoden Typen messen ca. 25x30cm. Die Lokalitäten gaben Anlass für die erste Erwähnung von Dinosauriereier überhaupt durch Matheron 1846 (Allain & Suberbiola, 2003). Neben diesen rundlichen Megaloolithus bzw. Cairanoolithus treten ornithoide Typen und länglichere Prismatoolithus auf, die Theropoden zugeordnet werden. Die Diversität der Ootaxa ist im Campan maximal und nimmt im Maastricht drastisch ab.
Das Villeveyrac-Méze-Becken ist Typuslokalität des Struthiosaurus languedocensis Garcia & Suberbiola 2003. Diese Art wurde anhand einiger Dorsalia und eines Sakrum-Pelvis-Komplexes beschrieben.

Abb. 1. Rekonstruktion des Struthiosaurus. Gesamtlänge ca. 2,5m. Original.
Literatur
Allain, R. & Suberbiola, X.P. (2003): Dinosaurs of France. C. R. Palevol 2: 27-44.
Buffetaut, E. (1997): European Dinosaurs. – In: Currie, P.J. & Padian, K.: Encyclopedia of dinosaurs, 212-216. Academic Press, London.
Garcia, G. & Suberbiola, X.P. (2003): A new species of Struthiosaurus (Dinosauria: Ankylosauria) from the upper Cretaceou of Villeveyrac (Southern France). Journal of Vertebrate Paleontology 23(1): 156-165.
(Dieser Text ist am 08.07.2004 auf der alten Version von geoberg.de erschienen und wurde übernommen.)
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