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Volvics Vulkan-Website enttäuscht

Nachtrag, 29.06.2010: Nachdem ich Volvic auf Facebook dezent auf die fachlichen und sprachlichen Mängel hingewiesen hatte, kam heute ein dankender Kommentar mit der Information, die entsprechenden Passagen auf der Volvic-Website ausgebessert zu haben. Das stimmt. Allerdings bin ich in meinem Text (s. unten) nicht auf alle Fehler eingegangen und erst recht nicht auf die sprachlichen Grausamkeiten. Insofern bleiben die “Hintergrundinformationen” von Volvic nach wie vor mangelhaft.

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Ich hatte vor knapp zwei Wochen über die angekündigte Image-Kampagne des Mineralwasser-Abfüllers Volvic geschrieben. Dieser wollte sich ab Juli ausgiebig dem Zusammenhang zwischen seinem Produkt und den vulkanischen Einheiten widmen, die das Wasser durchdringt, ehe es in der Flasche landet. Nun ist die Website online – und enttäuscht.

Zwar wird auf drei Gesteinseinheiten (Basalt, Andesit, Puzzolan) und die Vulkantypen eingegangen. Das geschieht aber dermaßen schwammig und sprachlich katastrophal, dass es selbst einem Nicht-Geologen die Schuhe ausziehen sollte. Anstatt hier ins Detail zu gehen, zitiere ich besser einige ganz misslungene Passagen (Hervorhebungen und Anmerkungen von mir):

Puzzolane sind natürliche Gesteine, die zumeist unter Hitzeeinwirkung entstanden sind und durch ihren Gehalt an Kieselsäure und saugen sie Wasser wie ein Schwamm auf. (Da fehlt ein Wort, vermutlich Calciumhydroxid.)

Andesitische Lava ist sehr zäh und baut oft Vulkandome ab. (Soso, die Lava erodiert also Vulkandome… Da ist “auf” wohl mit “ab” verwechselt worden)

Hier findet man neben Kegelvulkanen auch Schild- und Projektionsvulkane. (Ein extrem ungebräuchlicher Begriff. In Suchmaschinen landet man bei Eingabe des Wortes entweder bei Volvic oder einer französischen Tourismus-Website. Gemeint ist vermutlich der Vulkantyp Stromboli. Oder ich habe eine enorme Bildungslücke…)

Ein typischer Kegelvulkan ist aufgrund von schnell trocknender, dickflüssiger Lava, die sich auf dem getrockneten Lava des letzten Ausbruchs ablagert, kegelförmig (daher auch der Name). Schildvulkane hingegen sind relativ flach, da es aus dünnflüssiger Lava entsteht. Die Lava fließt schnell an den Seiten des Vulkans runter bevor sie austrocknet, daher bleibt seine Form relativ flach. (Wovon sollte ein Wasserhersteller schreiben, wenn nicht von “Austrocknung”. Immerhin wirkt sein Wasser dem entgegen. Da liegt die Vermutung Volvics nahe, dass alles Flüssige irgendwann austrocknet. Leider ist die Sachlage bei Lava etwas anders…)

Volvic hat sich mit seiner Kampagne nicht mit inhaltlichem Ruhm bekleckert. Braucht es vermutlich auch nicht. Die Plakate und Werbespots* sehen professionell gestaltet aus, vermitteln die Kernbotschaft “trinken Sie ein Stück Natur” und mehr will der Konsument sowieso nicht wissen, oder? Um seinen Hintergrundinformationen etwas mehr Seriosität zu verleihen, braucht Volvic nur eines: einen Geologen, der neben seiner eigentlichen Qualifikation zudem der deutschen Sprache mächtig ist.

Ich bin fast geneigt, das großzügige Angebot Volvics anzunehmen, und das “Experten-Team” mit Fragen zu löchern.

(* Auf der Volvic-Kampagnen-Website wird der Werbespot als “neu” angepriesen. Bei Youtube steht er bereits seit Mitte 2009.)

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2 Antworten zu “Volvics Vulkan-Website enttäuscht”

  1. Lieber Naturfreund,

    endlich nimmt sich jemand Sachkundiger der erbärmlichen Kampagne von Volvic an.
    Danke.
    B.List

  2. H.Baer sagt:

    Es ist aber kein Einzelfall. Da wird lieber irgendein Mist geschrieben anstatt sich den Text von einem Profi schreiben zu lassen. Selbst die Korrektur solch eines Textes ist für die Firmen ja zu teuer.
    Dies ist auch bei den öffentlichen Diensten, besonders im Tourismusbereich, ebenso.

    Gruss
    H. Baer

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