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Geo-Zweifel

80% der Geologen interpretieren falsch

Zugegebenermaßen eine etwas provokante Behauptung, aber zumindest im Fall einer Studie der University of Glasgow ist dies eingetreten. Dort hatte man 500 Geologen ein synthetisches seismisches Profil zur Interpretation gereicht. Nur 21% der Testgeologen konnten die geologische Struktur richtig interpretieren. Zuvor erdachten sich die testenden Wissenschaftler eine geologische Situation und berechneten daraus das seismische Profil, das von den Testpersonen auszuwerten war. Das eigentlich Interessante ist dabei nicht die hohe Fehlerquote selbst, sondern einige Schlüsse, die die Forscher aus ihrem Test gezogen haben. (weiterlesen…)

Geo-Zweifel

Erklärung zum Sonntag: Des Geologen Liebe zum Bier

Keine Neuigkeit, aber sehr interessant zu hören und zu lesen, warum Geologen und Bier nicht voneinander zu trennen sind. Besonders aufschlussreich ist die Erklärung von Daniel Jaffe (University of Washington) ab 1:58 Min.: (weiterlesen…)

Geo-Zweifel

(Geo-)Wissenschaftsjournalismus bei Welt-Online?

Eigentlich bin ich kein Krümelka…, aber bei manchen Artikeln über geowissenschaftliche Themen muss ich doch ein paar Worte verlieren. So zum Beispiel im Falle des gestern bei Welt-Online veröffentlichten Artikels über Gesteinsverwitterung durch Pilze. An sich ein spannendes Thema, doch die Aufbereitung ist fragwürdig. Das betrifft noch nicht einmal die konkrete Wiedergabe der Inhalte, die britische Forscher in “Geology” veröffentlicht hatten, sondern die Füllwörter und Zusammenhänge. Hier einige Beispiele: (weiterlesen…)

Geo-Zweifel

Kartenmaterial zum Unglück von Nachterstedt

Update 12.09.2009, 16.40 Uhr: Nach einem Hinweis von Gerhard Jost vom Landesamt für Geologie und Bergwesen Sachsen-Anhalt (s. Kommentare unten) befinden sich, anders als die Kartenüberlagerung (s. unten) vermuten lässt, der Sportplatz und die südlich davon verlaufende Haldenstraße nicht auf Kippengelände.

Update 23.07.2009, 18 Uhr: Eintrag abgebauter Sicherheitspfeiler in Übersichtskarte

Update 24.07.2009, 22 Uhr: Kartenmaterial aktualisiert mit genaueren Umrissen der Rutschung und des Tagebaurestsees

Florian Jenn hat in seinem Blog den aus meiner Sicht ersten fachlichen Beitrag zum Unglück von Nachterstedt geliefert. Er zeigt geologisches und historisches Kartenmaterial des Tagebaus von Nachterstedt, auf dem dem Betrachter endlich eine Zuordnung der teils chaotischen medialen Fakten möglich ist. Bislang überschlagen sich die Medien mit Horrormeldungen über lebensgefährliche Braunkohlerestseen in Ostdeutschland. Zum Beispiel die ARD. Der Sender hatte gestern in den Tagesthemen Badegäste an einem Braunkohlenrestsee südlich von Leipzig suggestiv ausgefragt. Der Beginn des Beitrags impliziert bereits Gefahr:

Der Leipziger Süden zieht längst Urlauber an. Dass es hier gefährlich sein könnte, daran hat kaum einer gedacht, aber nun holt die Vergangenheit sie ein.

Eine interviewte Urlauberin gibt als Antwort auf eine im Beitrag nicht genannte Frage:

Ich weiß gar nicht, ob das hier gefährlich ist. Weiß man erst hinterher, ne.

Es fällt nicht schwer, sich die äußerst suggestive Frage des Reporters zusammenzureimen…

Wenn solche faktenlosen “Nachrichten” bereits im öffentlich-rechtlichen Fernsehen laufen, ist abzuschätzen, was erst im Privat-TV an medialer Übertreibung gesendet wird. Jedes “Loch” in Deutschland wird mittlerweile von den Medien aufgegriffen, von teils selbst ernannten Experten per Liveschaltung bewertet und all das mit dem unterschwelligen Ziel, dem Zuschauer die scheinbar offensichtliche Gefahr solcher Restlöcher aufzuzeigen.

Florian Jenns Artikel macht noch einmal die Faktenlage deutlich. Nachterstedt ist ein besonderer Fall und kaum mit anderen Tagebaurestlöchern zu vergleichen. Die dort abgerutschte Kippe ist vor 1926 entstanden und aller Wahrscheinlichkeit nach kaum auf den sicherheitstechnischen Standards der Kippen basierend, die im letzten halben Jahrhundert in den deutschen Braunkohletagebauen angelegt wurden. Ich habe auf Grundlage von Florian Jenns Kartenmaterial einmal genauer an die Abbruchkante gezoomt (die rote Linie markiert die Rutschung und wurde relativ exakt aus Pressefotografien rekonstruiert): (weiterlesen…)

Geo-Zweifel

Der Reiz, das System Erde zu verändern

Ein Beitrag im Deutschlandfunk hat mich auf ein Thema gestoßen, das mich schon eine Weile immer mal wieder verfolgt und in jüngster Zeit auch verstärkt öffentlich diskutiert wird: der steuernde Eingriff des Menschen in das System Erde. Darunter fallen z.B. der gezielte Einsatz von Aerosolen gegen die Aufheizung der Atmosphäre, die Düngung der Meere mit Eisen oder auch als Grenzfall die Speicherung von Kohlendioxid im Untergrund. (weiterlesen…)

Geo-Zweifel

“So entstand Gold”

Wie immer durch Zufall, bin ich mal wieder über einen Artikel gestolpert, der versucht, ein geowissenschaftliches Thema zu erklären: die Entstehung von Gold. Das mag ein lobenswertes Anliegen sein, erst recht wenn es von einem Verlag verfolgt wird, der sich “Investor” nennt und den Anlegern Hintergrundwissen (“Börsenwissen”) verspricht. Besagter Online-Artikel ist jedoch alles andere als hilfreich oder gar verständlich, um die Goldgenese zu vermitteln. (weiterlesen…)

Geo-Zweifel

“Es geht nicht um Fairness, sondern um Geologie.” – Die Schweiz und ihr Atommüll

Seit gestern überschlagen sich die Schweizer Zeitungen mit Meldungen zu den gestern veröffentlichten möglichen Endlagerstandorten für schwach- bis hochradioaktiven Abfall im Alpenland. Jede vorgeschlagene Region wappnet sich offenbar schon für den Widerstand. Ein interessanter Artikel dazu ist in der Baseler Zeitung erschienen. Ebenfalls dort erschienen war ein Artikel, der mittlerweile wieder aus dem Online-Angebot entfernt wurde, in dem eine weiser Satz geschrieben stand: (weiterlesen…)

Geo-Zweifel

Fast ganz Italien besteht aus “Grünstein” – Welt Online berichtet exklusiv

Zu finden auf Welt Online, wo der Betrachter "unter die Erdkruste" schauen kann...

Auf Welt Online kann der Betrachter "unter die Erdkruste" schauen... (Quelle: Welt Online)

Wie so oft nur durch Zufall bin ich eben auf eine Bildergalerie von Welt Online gestoßen, in der das Projekt “One Geology” mit bunten Bildchen präsentiert wird. One Geology, die meisten werden es wissen, versucht, einen freien, internetbasierten Zugang zu geowissenschaftlichen Kartenwerken der Erde zu ermöglichen. Ähnlich wie in GoogleEarth können auf Satellitenaufnahmen verschiedene Kartenebenen gelegt werden. Andere Blogs haben dazu schon wesentlich mehr berichtet, z.B. hier, hier, hier und hier.

Nun aber zurück zur Bildergalerie von Welt Online, die den wunderschönen Titel trägt: “Geologie – Unter die Erdkruste geschaut” (Vorsicht, Bauchschmerzen). Dem Fachmann dürfte sofort auffallen, dass die Bildunterschriften, nun ja, nicht sonderlich originell und stimmig sind. Spätestens bei Bild 6 aber sollten sowohl beim Betrachten des Bildes als auch beim Lesen der Erklärung die Alarmglocken läuten. Seit wann ist Italien (im Vergleich zu Frankreich) geologisch so langweilig? (weiterlesen…)

Geo-Zweifel

Rotiert die Erde um die Sonne? Nein. Ein islamisches Rechtsgutachten behauptet das Gegenteil.

Dreht sich die Erde um die Sonne oder irrten alle Astronomen der letzten Jahrhunderte?

Dreht sich die Erde um die Sonne oder irrten alle Astronomen der letzten Jahrhunderte? (Bild aufgenommen mit Celestia)

In der westlichen Welt gilt es schon lange als gesichert, dass sich die Erde um die Sonne dreht. Am Institut für Islamfragen der Deutschen Evangelischen Allianz e.V. wurde gestern ein islamisches Rechtsgutachten (Fatawa) veröffentlicht, das erklärt, im Sinne des Korans drehe sich die Sonne um die Erde. (weiterlesen…)

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