RSS-Feed abonnierenNewsletter abonnieren

Archiv für die Kategorie ‘Bergbau’

Schneeberger Krankheit

Samstag, 12. Juni 2010

Einleitung

Unter der Schneeberger Krankheit, oftmals auch als Schneeberger Lungenkrankheit bezeichnet, versteht man, aus der Sicht der modernen Krankheitslehre, den strahlenbedingten Bronchial- und Lungenkrebs infolge der inhalativen Einwirkung des radioaktiven Edelgases Radon und seiner ebenfalls radioaktiven Zerfallsprodukte auf die Atemwege. Für die Verursachung der Schneeberger Krankheit sind hauptsächlich radioaktive Stoffe aus der Uraniumreihe verantwortlich. Der strahlenverursachte Lungenkrebs der Bergleute ist der häufigste berufsbedingte Strahlenschaden. Er übertrifft bei weitem die Gesamtheit aller sonstigen beruflichen Strahlenschäden, einschließlich der Opfer der frühen Röntgen-Ära. (weiterlesen …)

Radon – Problemfall(e)?

Samstag, 12. Juni 2010

Geschichte des Radons

Schaut man in verschiedene Nachschlagewerke, so wird man feststellen, dass nicht nur ein Forscher und Entdecker des Radons genannt wird, sondern mehrere. Das liegt daran, dass das Radon tatsächlich mehrfach entdeckt wurde. Doch der Unterschied, im Gegensatz zu anderen ähnlichen Ereignissen, liegt darin, dass die Neuentdeckung des Radons von immer anderen Wissenschaftlern die anderen Arbeiten nicht widerlegten, sondern ergänzten, weil keiner der Wissenschaftler wirklich etwas mit dem Element Radon zu tun hatte. Ein Element besteht aus der Gesamtheit seiner Isotope. Rutherford und Owens, Ramsay und Soddy, Dorn und Debierne fanden unabhängig voneinander und praktisch gleichzeitig zwischen 1900 und 1904 verschiedene Isotope des gleichen Elements, des Elements 86. Bei jeder Untersuchung dachten die Entdecker, sie hätten ein neues radioaktives Gas, ein neues Element entdeckt. Doch die Wissenschaftler konnten gar keine andere Meinung haben, denn der Ursprung und der wichtigste radioaktive Kennwert, die Halbwertzeit, der Gase waren ja nicht gleich. Die von Rutherford um 1900 entdeckte Emanation (lat. emanare, ausströmen) entstand aus der Thoriumzerfallsreihe. Das von Debiernsche Actinon entstand aus Actinium. Dorns Radon und Ramsays Niton (lat. nitere, leuchten, glänzen) stammten vom Radium ab. Friedrich Dorn entdeckte das Radon früher als Ramsay und Soddy. Doch die beiden letztgenannten sind die wahren Entdecker des Elements Nummer 86. Ramsay hat sein Niton als erster als chemisches Element untersucht. Er fand dafür charakteristische Spektrallinien, bestimmte die Atommasse, erklärte das chemische Verhalten und gab dem Radon seinen Platz im Periodensystem der Elemente. (weiterlesen …)

Bergbauinduzierte Schwermetallkontaminationen und Bodenplanung in der Harzregion

Samstag, 12. Juni 2010

Von Friedhart Knolle

Aufgrund der Geodiversität des Harzes hatte der Mineral- und Gesteinsabbau in diesem Mittelgebirge seit über 3000 Jahren eine große Bedeutung – Beispiele sind der Bergbau auf Kupferschiefer am Harzrand, die Erz- und Minerallagerstätten im inneren Harz, die Gips- und Dolomitsteinbrüche am Südharzrand und die Diabas-, Gabbro-, Riffkalk- und Grauwackesteinbrüche im Harzpaläozoikum. Diese Eingriffe hatten zunächst nur einen geringen Umfang, entwickelten aber im Laufe der Geschichte aufgrund der wachsenden technischen Möglichkeiten immer gravierendere Einwirkungen auf Natur und Landschaft. Nicht nur die Bergwerke, Metallhütten und Steinbrüche selbst, sondern auch ihre Folgewirkungen wie Abraum- und Schlackehalden, Flotationsteiche, Fichtenmonokulturen und nicht zuletzt die großflächige Schwermetallbelastung sind höchst problematische Folgewirkungen dieses Teiles der Harzer Nutzungsgeschichte – die Kehrseite der nicht im heutigen Sinne nachhaltig entstandenen Harzer Kulturlandschaft. (weiterlesen …)

Wasserrad auf der Grube Drkolnov

Samstag, 12. Juni 2010

Von Ulrich Haag

Einleitung

Die Pflege der Denkmale des Bergbaus ist ein Ausdruck der Hochachtung vor den bergmännischen Traditionen unserer Stadt. Gerade durch den Bergbau wurde die Stadt Pribram in der Vergangenheit zu einem bedeutenden Zentrum der ökonomischen und kulturellen Entwicklung. Auf dem Schacht Drkolnov befindet sich ein Technisches Denkmal von Weltgeltung. Das untertägige Wasserrad auf dieser Schachtanlage ist ein echtes Unikat in unserer Republik und wahrscheinlich weltweit. Gut erhaltene Untertageanlagen sind unstreitig eine Rarität, die die Aufmerksamkeit der breitesten Öffentlichkeit verdienen sollten. Das Wasserrad befindet sich ca. 15 m unter der Tagesoberfläche und zu ihm führen drei Stollen. (weiterlesen …)

600mm-Grubenbahnen der DDR – Ein kurzer Abriss

Samstag, 12. Juni 2010

Von Benjamin Heuer

Allgemeines

Wie oft erblickt man in ehemaligen Bergbauregionen Förderwagen der Grubenbahnen: als Wegweiser zu Besucherbergwerken und Museen oder ganz profan als Pflanzkübel in so manchem Vorgarten. Der Hunt ist, nach “Schlägel und Eisen”, zu einem der verbreitetsten Symbole des Bergbaues überhaupt geworden. Die Idee zu dieser Art des Transportes des anfallenden Haufwerkes ist dabei fast so alt wie der Bergbau selbst. Durch die immer größer werdenden Förderstrecken stellte der Transport des Fördergutes die Bergleute vor immer größere logistische Probleme. Schon zu Agricolas Zeiten existierten kleine vierrädrige Karren mit Holzrädern und eisernen Beschlägen, die auch schon damals die Bezeichnung Hunt trugen. Um das Fortbewegen dieser Karren auf der Sohle zu erleichtern wurden hölzerne Bohlen verlegt. Sogenannte Spurnagelhunte stellten bereits eine Weiterentwicklung dar: Ein Dorn zwischen den Achsen des Huntes lief zwischen zwei parallel verlegten Holzbohlen und verhinderte somit ein Abgleiten des Wagens. Mit der Industrialisierung bildete sich langsam die uns heute bekannte Form heraus: Aus Stahlblech genietete oder geschweißte Wagen, ungefedert und mit eisernen Spurkränzen. (weiterlesen …)

Das Hartsteinwerk Werdenfels und der Lange Köchel im Murnau-Eschenloher Moos (Oberbayern): Bergbau und Naturschutz

Samstag, 12. Juni 2010

Von Hubert Engelbrecht

Einleitung

Der ehemalige Steine-und-Erden-Betrieb Hartsteinwerk Werdenfels befand sich an der Lokalität Langer Köchel (717,4 Meter ü.N.N.), ein ca. 90 Meter über die Ebenheit des Murnau-Eschenloher Mooses (630 Meter ü.N.N.) ragender morphologischer Härtling, der einen Teil des Ammer-Loisach-Hügelland genannten Naturraumes bildet. An der inzwischen abgebauten Südflanke des WSW-ENE streichenden Langen Köchels – dessen höchster Punkt mit 751 Meter ü.N.N. in seinem westlichen Teil lag – sind vom Jahr 1930 bis Ende des Jahres 2000 rund 24 Millionen Tonnen Naturstein (Handelsbezeichnung Glaukoquarzit) zur Herstellung von Sanden, Edelsplitten, Gleis- und Strassenschottern sowie Wasser-, Mauer- und Gartensteinen gewonnen worden (KUISLE 2000, SCHARL 2000, SCHARL 2000a). Vor Ort entstand inmitten des Naturschutzgebietes Murnau-Eschenloher Moos ein 1,1 km langer und bis zu 130 Meter hoher, künstlicher Aufschluß, der maximal 40 Meter unter das regionale Geländeniveau reichte. (weiterlesen …)

blogoscoop