Ein Gastbeitrag von Dr. Robert Huber.
Dr. Robert Huber arbeitet als wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Fachgruppe Allgemeine Geologie – Meeresgeologie am marum an der Universität Bremen. “Nebenbei” betreibt er gemeinsam mit anderen Wissenschaftlern das Internetprojekt stratigraphy.net, zu dem auch ein Blog gehört.
Räumliche und zeitliche Orientierung sind das “A und O” für jeden Geowissenschaftler. So ist es für die Geländearbeit eines Geologen unerläßlich, genau zu wissen, wo er sich gerade befindet. Ebenso wichtig ist aber auch die Altersbestimmung des untersuchten Gesteins, um etwa Lagerungsverhältnisse abzuschätzen. Es ist also klar: Geologische Untersuchungen fußen auf ihrer möglichst exakten räumlichen und zeitlichen Zuordnung. Im Grunde verhält es sich genauso in der geowissenschaftlichen Informationsrecherche: Auch hier sind Raum-Zeit-Daten der Ausgangspunkt: Welche Ammoniten gibt es in der Kreide Bayerns? Mit welchen Baugründen muss er im Quartär Niedersachsens rechnen?
Zwar sind heutzutage schon enorme Mengen an Literatur als Volltext im Internet verfügbar aber in der Masse der Informationen das Richtige zu finden, ist oft schwierig. Denn die Suchergebnisse auf bestimmte Orte und Zeiten einzuschränken, ist mit den verfügbaren Suchmaschinen ein Lotteriespiel. So sind selbst besonders wichtige Dokumente oftmals nicht auffindbar. Zu Ausfällen in den Suchergebnissen kann es beispielsweise kommen, wenn die zeitliche Einordnung über Lithostratigraphie, also der Namen der Gesteinseinheit, definiert wurde. Wer kennt schon die „Woauchimmeringer Folge“ oder weiß genau wie alt die „Leioceras Phantasia Schichten“ sind? Ebenso kann die geographische Zuordnung Fallstricke bergen, wenn etwa alte Ortsnamen wie „Indochina“ oder „Herzogthum Nassau“ verwendet wurden.
Für geowissenschaftliche Recherchen wäre also eine Suchmaschine ideal, in der räumliche und zeitliche Kategorien bereits erkannt und durchsuchbar wären. (weiterlesen …)