Goldführende Quarzgänge können je nach Lagerstättentyp ganz verschieden ausgebildet sein. Im Fall des „orogenic gold“-Typs, der u.a. in meinem „Forschungsgarten“ Nordkalifornien verbreitet ist, sind die Gänge gebändert. Die Bänderung kommt durch gangparallele Scherflächen zustande, die den Quarz in dezimeter bis mikrometer mächtige Bänder teilen. Entlang dieser Scherflächen drangen in mehreren Phasen erzbringende Fluida ein. Die Mehrphasigkeit lässt sich sehr gut anhand erzmikroskopischer Untersuchungen belegen. Gold ist dabei gemeinsam mit Galenit in den meisten Fällen eine der letzten Komponenten, die in den Quarz-Gängen gebildet wurden. Die Gänge selbst befinden sich häufig an lithologischen Kontakten, die in der Regel stark geschert wurden.
Aus diesen Beobachtungen folgt, dass die Lagerstättenbildung in einem aktiven tektonischen Milieu, in mehreren Zyklen mit fluktuierender Fluidzufuhr und in Tiefen stattfand, in denen noch überwiegend bruchhafte Deformation möglich war.
Um die Prozesse der Fluidmigration in hydrothermalen Systemen besser zu verstehen, versuche ich nachfolgend einige grundlegende Gedanken zusammenzufassen, die ich überwiegend aus einer Arbeit von Cox et al. (2001) und zum Teil aus Yardley (1983) für mich aufbereitet habe. Dies soll keinesfalls eine vollständige Übersicht zur Thematik werden. Kritische Anmerkungen, Fragen und Ergänzungen sind deshalb sehr willkommen. (weiterlesen …)