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Mit ‘Nachterstedt’ getaggte Artikel

Geowissenschaftler und ihre Rolle bei Katastrophenereignissen: die DGG zu Nachterstedt

Mittwoch, 29. Juli 2009

Die DGG hat gestern eine Pressemitteilung veröffentlicht, die sich mit der Rolle der Geowissenschaftler bei Katastrophenereignissen wie in Nachterstedt befasst. Obwohl ich Inhaltsdopplungen vermeiden will, stelle ich die Mitteilung auch auf hier auf geoberg.de ein, weil sie in meinen Augen gar nicht an genügend Stellen verbreitet werden kann.

Hoffen wir, dass sich der eine oder andere Journalist, den in der Mitteilung angerissenen Themen widmet und etwas in die Tiefe geht (was leider immer seltener wird…). Was mir besonders gefällt: die DGG macht deutlich, dass bei einem Unglücksfall wie in Nachterstedt vorschnelle Kommentare und Analysen seitens der Geowissenschaftler nicht seriös möglich sind. Wer den einen oder anderen Beitrag oder diverse “Experten-Interviews” in den Medien verfolgt hat, wird dem sicher in den meisten Fällen zustimmen können. (weiterlesen …)

Kartenmaterial zum Unglück von Nachterstedt

Mittwoch, 22. Juli 2009

Update 12.09.2009, 16.40 Uhr: Nach einem Hinweis von Gerhard Jost vom Landesamt für Geologie und Bergwesen Sachsen-Anhalt (s. Kommentare unten) befinden sich, anders als die Kartenüberlagerung (s. unten) vermuten lässt, der Sportplatz und die südlich davon verlaufende Haldenstraße nicht auf Kippengelände.

Update 23.07.2009, 18 Uhr: Eintrag abgebauter Sicherheitspfeiler in Übersichtskarte

Update 24.07.2009, 22 Uhr: Kartenmaterial aktualisiert mit genaueren Umrissen der Rutschung und des Tagebaurestsees

Florian Jenn hat in seinem Blog den aus meiner Sicht ersten fachlichen Beitrag zum Unglück von Nachterstedt geliefert. Er zeigt geologisches und historisches Kartenmaterial des Tagebaus von Nachterstedt, auf dem dem Betrachter endlich eine Zuordnung der teils chaotischen medialen Fakten möglich ist. Bislang überschlagen sich die Medien mit Horrormeldungen über lebensgefährliche Braunkohlerestseen in Ostdeutschland. Zum Beispiel die ARD. Der Sender hatte gestern in den Tagesthemen Badegäste an einem Braunkohlenrestsee südlich von Leipzig suggestiv ausgefragt. Der Beginn des Beitrags impliziert bereits Gefahr:

Der Leipziger Süden zieht längst Urlauber an. Dass es hier gefährlich sein könnte, daran hat kaum einer gedacht, aber nun holt die Vergangenheit sie ein.

Eine interviewte Urlauberin gibt als Antwort auf eine im Beitrag nicht genannte Frage:

Ich weiß gar nicht, ob das hier gefährlich ist. Weiß man erst hinterher, ne.

Es fällt nicht schwer, sich die äußerst suggestive Frage des Reporters zusammenzureimen…

Wenn solche faktenlosen “Nachrichten” bereits im öffentlich-rechtlichen Fernsehen laufen, ist abzuschätzen, was erst im Privat-TV an medialer Übertreibung gesendet wird. Jedes “Loch” in Deutschland wird mittlerweile von den Medien aufgegriffen, von teils selbst ernannten Experten per Liveschaltung bewertet und all das mit dem unterschwelligen Ziel, dem Zuschauer die scheinbar offensichtliche Gefahr solcher Restlöcher aufzuzeigen.

Florian Jenns Artikel macht noch einmal die Faktenlage deutlich. Nachterstedt ist ein besonderer Fall und kaum mit anderen Tagebaurestlöchern zu vergleichen. Die dort abgerutschte Kippe ist vor 1926 entstanden und aller Wahrscheinlichkeit nach kaum auf den sicherheitstechnischen Standards der Kippen basierend, die im letzten halben Jahrhundert in den deutschen Braunkohletagebauen angelegt wurden. Ich habe auf Grundlage von Florian Jenns Kartenmaterial einmal genauer an die Abbruchkante gezoomt (die rote Linie markiert die Rutschung und wurde relativ exakt aus Pressefotografien rekonstruiert): (weiterlesen …)

Linktipps: Nachterstedt vs. Altenberg / Sandsammlung

Dienstag, 21. Juli 2009

Zum frühen Morgen Links zu zwei interessanten Zeitungsartikeln:

  • An Altenbergs Pinge droht kein Erdrutsch” (Sächsische Zeitung) – Der Artikel befasst sich mit der (mittlerweile medial auf sämtliche bergbaulich beeinflussten Gebiete Deutschlands ausgeweiteten) Frage, ob ein Ereignis wie in Nachterstedt auch im osterzgebirgischen Altenberg denkbar wäre.
  • Das Schönste findet man im Kleinsten” (Märkische Allgemeine) – Bernd Opierzynski hat bereits 1570 Proben von Sand aus 166 Staaten zusammengetragen, untersucht ihn am heimischen Mikroskop, macht technisch ausgereifte mikroskopische Fotografien davon und zeigt, dass Sand mehr ist, als ein angenehmes Fußbett am Urlaubsstrand.
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