Geschichte des Radons
Schaut man in verschiedene Nachschlagewerke, so wird man feststellen, dass nicht nur ein Forscher und Entdecker des Radons genannt wird, sondern mehrere. Das liegt daran, dass das Radon tatsächlich mehrfach entdeckt wurde. Doch der Unterschied, im Gegensatz zu anderen ähnlichen Ereignissen, liegt darin, dass die Neuentdeckung des Radons von immer anderen Wissenschaftlern die anderen Arbeiten nicht widerlegten, sondern ergänzten, weil keiner der Wissenschaftler wirklich etwas mit dem Element Radon zu tun hatte. Ein Element besteht aus der Gesamtheit seiner Isotope. Rutherford und Owens, Ramsay und Soddy, Dorn und Debierne fanden unabhängig voneinander und praktisch gleichzeitig zwischen 1900 und 1904 verschiedene Isotope des gleichen Elements, des Elements 86. Bei jeder Untersuchung dachten die Entdecker, sie hätten ein neues radioaktives Gas, ein neues Element entdeckt. Doch die Wissenschaftler konnten gar keine andere Meinung haben, denn der Ursprung und der wichtigste radioaktive Kennwert, die Halbwertzeit, der Gase waren ja nicht gleich. Die von Rutherford um 1900 entdeckte Emanation (lat. emanare, ausströmen) entstand aus der Thoriumzerfallsreihe. Das von Debiernsche Actinon entstand aus Actinium. Dorns Radon und Ramsays Niton (lat. nitere, leuchten, glänzen) stammten vom Radium ab. Friedrich Dorn entdeckte das Radon früher als Ramsay und Soddy. Doch die beiden letztgenannten sind die wahren Entdecker des Elements Nummer 86. Ramsay hat sein Niton als erster als chemisches Element untersucht. Er fand dafür charakteristische Spektrallinien, bestimmte die Atommasse, erklärte das chemische Verhalten und gab dem Radon seinen Platz im Periodensystem der Elemente. (weiterlesen …)